Informationen aus dem Diözesanrat

Vollversammlung am 7. und 8. Mai 2021

Liebe Mitglieder der Kirchengemeinden des Dekanats Esslingen-Nürtingen,

hiermit informieren wir Sie über die wichtigsten Ergebnisse der Vollversammlung des 11. Diözesanrats am 7. und 8. Mai 2021, erneut durchgeführt als Online-Konferenz aus Rottenburg.

Synodaler Weg – Macht und Gewaltenteilung

Prof. Dr. Thomas Söding, Professor für Neutestamentliche Exegese an der Ruhr-Universität Bochum, informierte zum Thema Macht und Gewaltenteilung aus der Sicht des Synodalen Wegs. Die Beratungen sollen einen Prozess in Gang setzen, der uns zum Thema Macht und Gewaltenteilung mit konkreten Maßnahmen in der Diözese weiterbringen soll, hingewiesen. Neben den Beratungen im Synodalen Weg sollen in der Sitzung im November Impulse für wichtige Handlungsansätze für Macht- und Gewaltenteilung in unserer Diözese aus Sicht des Diözesanrats identifiziert werden.

Konsequenzen aus dem Frauenforum

Rückblickend auf das Frauenforum erklärte Bischof Fürst, er werde sich mit der Diözesanleitung intensiv mit der Umsetzung von Forderungen befassen, insbesondere nach Anregungen von Schwester Nicola Maria Schmitt. Dazu gehöre, den Frauenanteil in Leitungspositionen zu erhöhen, Möglichkeit einer Doppelspitze auszuloten, Spendung der Taufe durch Laien und damit durch Frauen zu prüfen und das Diakonat der Frau weiter voranzutreiben „als eigenständiges Weiheamt im Ordo einer diakonischen Kirche“.

Auseinandersetzungen zum Weg in die Zukunft der Diözese

Das „Responsum ad dubium“ aus dem Vatikan hatte Anfang April Segnungen von Beziehungen homosexueller Menschen untersagt. Der Widerspruch aus dem Präsidium des Diözesanrats dagegen und einige Botschaften aus dem Frauenforum am 17. April hatte Kritik einzelner Mitglieder des Diözesanrats hervorgerufen. Nach einer Aussprache im Plenum sollen auf Wunsch des Bischofs Gespräche mit dem Ziel einer Verständigung auf der gemeinsamen Grundlage des Glaubens geführt werden.

Konzeption Religionsunterricht vorgestellt

Ute Augustyniak-Dürr, Leiterin der Hauptabteilung Schulen, und Schuldekanin Gabriele Klingberg informierten über die Konzeption des Religionsunterrichts in unserer Diözese und berichteten über die Entwicklung der Schülerzahlen und Pädagogen sowie über die unterschiedlichen Schwerpunkte in den Schulformen. Am an religiöse Bekenntnisse gebundenen Unterricht soll festgehalten werden.

Mitglieder weiterer Ausschüsse und Gremien gewählt

Der Diözesanrat hat weitere Ausschüsse eigerichtet und dorthin Mitglieder entsandt. Es handelt sich um die Ausschüsse Digitalisierung, Europa, Familien stärken, Inklusion, INkonzept und Satzungsausschuss. Damit arbeiten im Diözesanrat in seiner 11. Amtsperiode insgesamt 15 Ausschüsse. Darüber hinaus wurden Mitglieder weiterer Gremien entsandt. Als beratende Mitglieder hinzugewählt wurden Norbert Brüderl, Jens Naumann, und Dr. Thomas Bönisch, alle drei bewährte Mitglieder aus dem 10. Diözesanrat.

Zuschuss an Ordensgemeinschaften, Solidarität mit dem Kölner Diözesanrat

Durch die Pandemie kam es zu Umsatzausfällen in den ordenseigenen Tagungs-, Exerzitien- und Gästehäusern, der Diözesanrat bewilligte einen Zuschuss von 1,34 Mio. Euro. Der Diözesanrat unterstützt Bemühungen des Kölner Diözesanrats um Glaubwürdigkeit, Transparenz und verbindlicher Kommunikation in der Katholischen Kirche. „Auf diesem Weg wünschen wir dem Kölner Diözesanrat Gottes Segen.“

Wir wünschen Ihnen schöne und interessante Erfahrungen und Begegnungen beim ökumenischen Kirchentag und danach recht gesegnete Pfingstfeiertage!

Ihre Delegierten im Diözesanrat

Bettina Betzner                                       Britta Stotz                                Dr. Johannes Warmbrunn

info (at) kath-familienpflege-es-nt.de         britta.stotz (at) gmx.de               johannes.warmbrunn (at) web.de

Für Rückmeldungen und Diskussionsbeiträge sind wir Ihnen dankbar.



Rundbrief Diözesanräte 21-05-09_1DIÖZESANRAT

NEUER DIÖZESANRAT HAT SICH KONSTITUIERT

Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn und Bischof Dr. Gebhard Fürst während der konstituierenden Sitzung des Diözesanrats – im Hintergrund die Teilnehmer der Räte während der Videokonferenz. Bild: Ines Szuck

Das oberste gewählte Ratsgremium der Diözese hat sich konstituiert. Dr. Johannes Warmbrunn wurde als Sprecher im Amt bestätigt.

Der 11. Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat sich am Weltgebetstag der Frauen zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Diese fand coronabedingt in digitaler Form statt.

„Der Diözesanrat in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist in seiner Zusammensetzung deutschlandweit einzigartig, denn er vereint drei Gremien. Als Katholikenrat vertritt er die Basis, die rund 1,8 Millionen Katholikinnen und Katholiken im württembergischen Landesteil und bezieht öffentlich Stellung. Als Pastoralrat berät er den Bischof und die Diözesanleitung. Und als Kirchensteuervertretung beschließt er die Verteilung der Kirchensteuer – ein Alleinstellungsmerkmal besonderen Ranges“, erklärte Bischof Dr. Gebhard Fürst bei der konstituierenden Sitzung und unterstrich die gewichtige Stellung der verschiedenen Beratungsgremien, die die Diözesanleitung kompetent in ihren Entscheidungen beraten und begleiten. „Beratung muss sein. Ob gelegen oder ungelegen, ob erwünscht oder auch nicht. Nur durch eine umfassende Beratung können die wichtigsten Aspekte eines Problems betrachtet und Entscheidungen getroffen werden, die dann von möglichst vielen Menschen mitgetragen und umgesetzt werden.“

Dr. Johannes Warmbrunn einstimmig wiedergewählt

Geschlossen, mit 90 von 90 Stimmen, wählten die Katholikenvertreter Dr. Jo-hannes Warmbrunn aus Esslingen zu ihrem Sprecher und bestätigten ihn damit im Amt. „Ich freue mich sehr über dieses überwältigende Ergebnis und das mir entgegengebrachte Vertrauen,“ sagte der 66-Jährige nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse. „Wir sind Teil einer großen, weltweiten Gemeinschaft. Seine Schwerpunkte sind: Förderung des ehrenamtlichen Engagements, Unterstützung des caritativ-diakonischen Auftrags, Ermutigung der Jugend und die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Leitung und Amt.

Im Kampf gegen Missbrauch gelte: Null Toleranz gegenüber den Tätern und auch gegenüber allen, die Täter statt Opfer schützen! Dazu gehöre Sorgfalt und Gründlichkeit bei der Aufarbeitung. „Es darf bei uns nicht zu einem Debakel wie andernorts kommen!“ betonte Warmbrunn.

Veronika Rais-Wehrstein als Beisitzerin bestätigt

Mit einer großen Mehrheit von 97 Prozent wählte der Rat Veronika Rais-Wehrstein aus Nagold erneut als Beisitzerin ins Präsidium. Die 65-Jährige setzt sich für einen offenen und transparenten Umgang mit Themen wie Missbrauch,
Glaubwürdigkeit der Kirche und ihren Verlust ein und macht sich stark für die Rolle der Frau in der Diözese. Wichtig ist ihr, die Sorgen und Anliegen der Basis einzubringen aber auch, „dass Erreichtes nicht vergessen und Gelungenes
gesehen wird. Denn wir haben schon viel erreicht.“

Zusammen mit Diözesanratssprecher Dr. Johannes Warmbrunn und Priesterratssprecher Martin Stöffelmaier
komplettiert sie das Präsidium, dessen Vorsitz Bischof Dr. Gebhard Fürst inne hat. Das Präsidium leitet die Sitzungen und gehört dem Geschäftsführenden Ausschuss an.

Ausschüsse von wesentlicher Bedeutung

In den Ausschüssen werden im Auftrag des Rates und in Zusammenarbeit mit den Hauptabteilungen des Bischöflichen Ordinariats die notwendigen Beschlussempfehlungen erarbeitet. Während der Geschäftsführende Ausschuss die laufenden Aufgaben während den Vollversammlungen übernimmt und den Diözesanrat vertritt, identifiziert der Pastoralausschuss kirchliche Themen und bereitet diese für den Rat vor. Schwerpunktthemen werden u. a. der Katholikentag 2022 und der synodale Weg sein.

Der Finanzausschuss bereitet den Diözesanhaushalt mit vor und der Bauausschuss prüft bei allen Baumaßnahmen
u.a., ob deren Planung mit den pastoralen Zielen der Diözese übereinstimmen.

Wichtiges Schwerpunktthema: Stärkung der Frauen in der Diözese

Mit der Bildung weiterer Ausschüsse werden Schwerpunkte in der Arbeit des 11. Diözesanrat festgelegt. Ein neu gegründeter Ausschuss befasst sich mit der Rolle der Frau in der Kirche. Frauen nehmen in der Pastoral, in den Grunddiensten der Kirche (Liturgie, Glaubensbezeugung, in der Diakonie und der Gemeinschaftsbildung), eine
zentrale Rolle ein.

„Der Zugang von Frauen zu geistlichen Ämtern ist dringend erforderlich. Die Rolle der Frauen in der Kirche muss weiter nachdrücklich thematisiert und bearbeitet werden“, betonte Präsidiumsmitglied Veronika Rais-Wehrstein. „Eine Aufgabe des neu gebildeten Ausschusses besteht darin, Impulse und Maßnahmen zur Stärkung der Frauen in Gemeinden und Dekanaten der Diözese Rottenburg-Stuttgart zu erarbeiten, dabei aktuelle Themen rund um die Rolle der Frau in der Kirche“, ergänzte Priesterratssprecher Martin Stöffelmaier.

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