Maria 2.0

Wie in allen Bereichen unseres Lebens hat sich auch der Austausch in der Maria 2.0-Gruppe aus Ostfildern verändert. Statt der monatlichen Treffen gibt es unter der Woche mehrmals eine Rundmail, um eine Information, einen Text, ein Gebet weiterzuleiten. Die derzeitigen Treffen finden über Internetkonferenzen statt.

Nächstes Treffen: Mittwoch, 21. April 2021, 18 Uhr im Labyrinth in Nellingen

 

Samstag/Sonntag 20./21. Februar 2021 – Teilnahme am Thesenanschlag!

Neuer Thesenanschlag nach 500 Jahren

Die Reformbewegung Maria 2.0 hängt ihre Thesen über eine lebendige Kirche an Dom- und Kirchentüren.

Mit dem Thesenanschlag 2.0 an Dom- und Kirchentüren im gesamten Bundesgebiet weist die Reformbewegung Maria 2.0 auf die eklatanten Missstände in der katholischen Kirche hin und untermauert damit ihre Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche.

Angemahnt wird eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern, sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt. Darüber hinaus wird eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität eingefordert sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats.

Am Wochenende vor der virtuellen Vollversammlung der Deutschen Bischöfe (23. – 25.02.2021) wendet sich die Reformbewegung Maria 2.0 mit ihren Forderungen nach Veränderungen in der Kirche erneut an die Öffentlichkeit.

Dass Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist wohl eher eine Legende, aber seine Thesen haben etwas Großes in Bewegung gesetzt, das wollen auch die Mitstreiter*innen von Maria 2.0.  Aus ihrer Sicht ist es notwendig, dass die Deutsche Bischofskonferenz endlich beginnt, sich ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinanderzusetzen, und den Willen zu Veränderungen durch Taten bezeugt.

Die Bewegung Maria 2.0 tritt für Reformen in der katholischen Kirche ein. Sie ist eine bundesweit vernetzte Graswurzelbewegung. Zahlreiche Maria-2.0-Gruppen in verschiedenen Orten machen seit Mai 2019 immer wieder mit unterschiedlichen Aktionen in Kirchengemeinden, Bistümern und häufig auch bundesweit gemeinsam auf ihre Forderungen aufmerksam.

 

 

Agapefeier am Sonntag 20. September, 16:45 Uhr in Ostfildern vor der kath. Kirche in Kemnat
Monika ist schon da, Gabriele kommt und entlädt ihr Auto. Katharina kommt mit dem Fahrrad angefahren und zückt den Schlüssel für den Abstellraum. Binnen kurzer Zeit stehen Bänke und ein Tisch. Weitere Frauen kommen hinzu und bald schon ist alles vorbereitet für die Agape, zu der wir eingeladen haben. Pünktlich um 18:00 Uhr, die abendliche Sonne schickt ihre letzten Strahlen auf einen Teil des Platzes, sind alle vorbereiteten 20  Plätze mit Frauen und Männern  besetzt und der Gottesdienst beginnt mit dem Liedruf „Wo zwei oder drei…“

Unsere Einladung zu dieser Agape war Teil der bundesweiten Aktionswoche von Maria 2.0 vom 19.-26. September 2020. Sie begleitete die Herbstvollversammlung der deutschen Bischofskonferenz. Alle Aktionen zeigten, dass die Maria 2.0-Frauen nicht im Protest verharren, sondern sie verändern Kirche, indem sie ihr Tun als ebenbürtig bedeutsam begreifen. Sie feiern geschwisterlich in Jesu Namen. Niemand steht vor. Jesus ist mittendrin.   

Als Bibeltext hatten wir das Evangelium des Sonntags von den Arbeitern im Weinberg gewählt.  In einem Zwiegespräch formuliert eine der Frauen folgenden Sätze: „In der gerechten Welt Gottes zählen nicht die Paragrafen des Kirchenrechts. Es zählen nicht die Privilegien der Amtsinhaber in der Kirche. Es zählen auch nicht Leistung und Erfolg 
                                                                                           Vorrang hat die Liebe, die alle sieht und großzügig  und im Überfluss gibt.“

Wir Frauen der Maria 2.0 Gruppe  stimmen diesen Gedanken aus vollem Herzen zu, wir sagen:
“Liebe vor Recht! Kann das auch ein neuer Weg der Kirchenleitung sein?”

 Gabriele Fischer

P.S.: Bei der Kollekte haben wir 110 Euro für den Eckigen Tisch eingenommen. Dort kann man jederzeit spenden!  Näheres unter: www.eckiger-tisch.de

 

Leave no one behind

Bei unserem vorletzten (wunderbaren) Präsenztreffen im Labyrinth hatten wir beschlossen, uns in Zukunft  nicht nur an der Kirche abzuarbeiten, sondern  auch  mit anderen Initiativen, die sich für eine gute Zukunft einsetzen, zu verbinden.  Beim letzten Mal war nun Elisabeth von der methodistischen Gemeinde dabei, um uns zu einer Schuhaktion unter der Überschrift #LeaveNoOneBehind zu motivieren, die sie zusammen mit  der Integrationsbeauftragten der Stadt Andrea-Koch Widmann am 2.10., dem Tag des Flüchtlings, plante.

Wir waren schnell begeistert  und hatten rasch einige Helfer*innen zusammen: Aus unseren eigenen Reihen (Heidrun Wabenegger), aus der evg. Gemeinde Kemnat (Pfarrer  Ebinger, Flüchtlingsbeauftragter des Kirchenbezirks Bernhausen, Sivia Schuch und Christine Link), Herr Bretschneider von der evg. Gemeinde Nellingen und einige mehr.

Leider ist es nicht gelungen, die Kirchengemeinden in Ostfildern als solche (außer der methodistischen) Unterstützer der Aktion zu gewinnen. Das hatte verschiedene Gründe. Die Frage ist, ob man es weiter probiert, die Gemeinden dazu zu bewegen, in irgendeiner Form Stellung zu Menschenrechtsverletzung an unseren Außengrenzen zu beziehen.

Am Tag selbst kamen 74 Paar Schuhe zusammen, die wir vor der Kreissparkasse und in der Halle aufstellten. Ich habe alle fotografiert, wir können sie uns mal bei einem Präsenztreffen anschauen. Ein paar hänge ich hier noch dran.

Es hat Spaß gemacht viele Gespräche zu führen, Leute aus der Flüchtlingshilfe  wiederzutreffen, aber auch neue Kontakte zu knüpfen.  Leute, die dem Ganzen kritisch gegenüberstehen, blieben nicht stehen, eher Leute, die sich über die Anteilnahme  und die vielen Zeichen von Solidarität  und gegen Rassismus  freuten. 

Ein Kontakt ergab sich zu einer Frau, die sich auf den Fildern auch für eine „Seebrücke“, einen „sicheren Hafen“ einsetzen möchte. Ich habe sie bei dem Vortrag über das  neue Rettungsschiff Seawatch4  in Kemnat wiedergetroffen. Sie sucht Leute, die sich mal treffen und überlegen, wie man da rangehen könnte.

Ich habe auch mich auch schon mit Ulla Zitzler, Vorsitzende vom Freundeskreis Asyl darüber ausgetauscht. Sie schreibt mir zum Thema Ostfildern – sicherer Hafen:

„Liebe Katharina,

wir als FK Asyl unterstützen das natürlich. Ich hatte schon letztes Jahr den OB darauf angesprochen. Er meinte, es wäre gut, wenn ein Antrag von den Parteien im Gemeinderat käme. Tja, in der SPD-Fraktion scheitert dies leider an einer bestimmten Person. Hoffen wir, dass eine der anderen Parteien einen entsprechenden Antrag in den Gemeinderat einbringen wird. Herzlicher Gruß Ulla“

Und in einem Newsletter:

„Gerne weisen wir auf die aktuell laufende Kampagne “Baden-Württemberg zum Sicheren Hafen machen” hin. Am Tag des Flüchtlings haben bereits mehrere Aktionen im Rahmen der Kampagne stattgefunden. Nach wie vor besteht die Möglichkeit für Organisationen und Initiativen, den Aufruf zu unterstützen. Wichtig ist vor allem auch, dass durch Aktionen und Aktivitäten vor Ort die Kampagne mit Leben gefüllt wird. Hierzu arbeiten wir im Bündnis gerade an Materialien und Aktionsideen. Am besten Sie behalten die Kommunikationskanäle der Kampagne im Blick. Mehr zur Kampagne hier: https://fluechtlingsrat-bw.de/asylpolitik/baden-wuerttemberg-zum-sicheren-hafen-machen/

Eine andere Möglichkeit sich weiter zu engagieren, wäre das neue Rettungsboot Seawatch4 zu unterstützen. Dazu könnte man einzelne Gemeinden, die Gesamtkirche oder gleich die ACK ansprechen. Anbei der Link zu United4Rescue, Gemeinsam Retten e.V.:

https://www.united4rescue.com/

Schließlich habe ich noch ein Gespräch mit der Quartiersentwicklerin von Nellingen gehabt. Sie hat sich für Maria 2.0 interessiert.  Sie sucht Gastgeber*innen für ein Cafe zum Markt am Freitag in der Halle. Sie fragt da verschiedene Gruppen an, die vor allem ins Gespräch mit den Leuten kommen sollen und da natürlich auch mit Kaffee, Tee und Gebäck ein bisschen Geld einnehmen können. Ist jetzt aktuell nicht akut, vielleicht sowieso auch nicht unser Thema. Wir könnten das aber machen, etwas eckig sein  und Geld einnehmen/sammeln für den Eckigen Tisch oder o.g. Thema.

Für mich insgesamt war das eine anregende Aktion.

Katharina

Weitere interessante Links:

Film über Maria 2.0, welcher in der ARD am Sonntag, 09.08.2020 um 17:30 Uhr gezeigt wurde ist noch auf der Mediathek bis 08.08.2021 verfügbar:
<< https://www.ardmediathek.de/ard/video/echtes-leben/die-kirchenrebellinnen-maria-2-0/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2VjaHRlcyBsZWJlbi8yNTMwNzE4Ni0xOTgxLTQyZDgtOTBjYS03MDUxNzJlYjA2Yjg/ >>

Hagios-Gesänge von Helge Burggrabe und Textmeditationen jeden Freitag unter: helge burggrabe livestream auf youtube. Das Friedensgebet von Helge Burggrabe mit Pierre Stutz findet sich jederzeit unter: https://www.youtube.com/watch?v=3ENXNOUjCiM

Zur Espressokirche auf https://espresso.church


Maria 2.0

In unserer Kirche, im Morgen,
wird das Wort Jesu nicht nur verkündet sondern auch gelebt.

Wird der Mensch,
jeder so, wie er ist,
geliebt.

Wird getanzt und gelacht und gefeiert.
Wird das Brot geteilt und das Leid.
Wird der Wein geteilt und die Freude.

In dieser Kirche, im Morgen,
siegen Mut und Liebe, Barmherzigkeit und Mitgefühl
über Angst und Machtgier, Ausgrenzung und Selbstmitleid.

In dieser Kirche, im Morgen,
sind
Frau und Mann
Kind und Greis
Homo und Hetero
arm und reich
gebunden und ungebunden
zusammen und allein.

Willkommen an jedem Ort und willkommen in jeder Berufung.
Willkommen als lebendiger Widerschein von Gottes liebendem Blick.

Maria 2.0: Wie wir erstanden….

In Ostfildern hat sich im Mai 2019 im Zuge der bundesweiten Protestaktionen eine sehr lebendige Gruppe von Frauen aus allen Teilen Ostfilderns und aus Esslingen gebildet. Neben inspirierenden Treffen und Gesprächen gab es viele Aktionen. Höhepunkt war sicher die Veranstaltung mit Doris Wagner zum Thema spiritueller Missbrauch in der Katholischen Kirche. Doris Wagner beeindruckte durch ihre scharfe Analyse der Kirchenstruktur, der sie das spirituelle Selbstbestimmungsrecht jedes Menschen entgegenhielt. Beim Thema „spiritueller Missbrauch“ unterschied sie 3 Stufen: spirituelle Vernachlässigung, spirituelle Manipulation und spirituelle Gewalt. Die Gruppe Maria 2.0 möchte sich in den nächsten Treffen darüber austauschen, inwieweit wir in der Vergangenheit diese Formen des Missbrauchs erlebt haben oder in der der Gegenwart erleben. Auch wollen wir fragen, wo wir selbst als in der Kirche Engagierte uns an Vernachlässigung oder Manipulation beteiligen. Dabei ist es uns ein großes Anliegen, gut aufeinander zu hören, die unterschiedlichen Meinungen zu tolerieren und Wege zu einer Kirche zu finden, in der Menschen in Freiheit und selbstbestimmt ihren Platz finden. Wer sich gern beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen – egal ob Mann oder Frau! Weitere Informationen bei Bettina Eltrop und Katharina Piepho, Kontaktdaten erhalten Sie über das Pfarrbüro. Über unsere Gesprächsergebnisse halten wir Sie über die Homepage der Gesamtkirchengemeinde auf dem Laufenden.

Sich aufgehoben
und getragen wissen
von deiner Zärtlichkeit und Liebe
und so wachsen und sich entfalten

Der inneren Stärke trauen
und wider besseren Wissens
anblühen gegen alle Angst und Verzagtheit
Tod, Trauer und Schmerz

Sich nicht mit
der Ungerechtigkeit und
den herrschenden Verhältnissen abfinden

Vielfalt achten und fördern
einander bestärken
dass Hoffnung Raum greift
und Leben aufkommt

Ob das dein Traum von uns ist
mein Gott?

Anna Hennersperger 


(aus: Wolfgang Tripp (Hg.), Anstiftungen zum Leben, Ostfildern 2017, 44f.)